Ausnahmsweise möchte ich keine Doku vorstellen, sondern einen Film aus dem Genre der stop-motion-Filme.
Mit "Harry Potter und der Legostein der Weisen" gewann der 12jährige Midas Kempcke in Hamburg den Fink Fernsehpreis 2012. Midas liefert damit spannende und lustige Unterhaltung. Herzlichen Glückwunsch zum Preis - weiter so...
Was erleben Harry Potter & seine Legofreunde in Teil I?
Harry Potter ist zu Gast im Fuchsbau der Weasleys. Mit Flohpulver
zaubert er sich versehentlich in das Geschäft für schwarze Magie "Borgin
und Burkes". Zusammen mit der Weasley-Familie besucht er die Gringotts
Bank und Ollivanders Laden für Zauberstäbe. Dort soll Ron einen neuen
Zauberstab erhalten, doch dabei geht einiges schief ... Quelle: http://www.youtube.com/watch?v=66okFi2Smt8
Teil I
Teil II
zur stop-motion Technik: hier werden unbewegliche Gegenstände animiert.Die Animation basiert auf den Stopptrick. und der wurde bereits 1900 entwickelt. "Eine Einstellung wird aufgenommen, dann wird die Kamera gestoppt. Es wird nun irgendetwas im Bild verändert, zum Beispiel ein Gegenstand entfernt. Dann wird die Aufnahme fortgesetzt." mehr auf wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Stop-Motion
August 2005: der Hurricane Katrina fegt über die Golf Küste der
USA und hinterlässt eine Wüste der Zerstörung. 1.800 Menschen kommen ums
Leben, rund eine Million werden obdachlos. Es ist eine der
verheerendsten Naturkatastrophen in der Geschichte der Vereinigten
Staaten.
"The Axe in the Attic" zeigt die Schicksale derer, die durch "Katrina" alles verloren haben.
110 min
DVD-Release 2009
Zum Autoren Ed Pincus:
In den 60ern hat Pincus vor allem das Civil Rights Movement mit der Kamera begleitet. Damals drehte er noch in schwarz-weiss und auf 16mm.
In 2007 hat er sich, zusammen mit der Filmemacherin Lucia Small, nochmals auf eine lange Reise gemacht.
Und Rassismus spielt in seinem Film auch knapp 40 Jahre später noch eine entscheidende Rolle.
In the aftermath of Hurricane Katrina, two filmmakers, drawn together
by outrage, take a sixty-day road trip from New England to New Orleans.
Along the way they meet evacuees and witness the loss, dignity,
perseverance and humor of people who have become exiles in their own
country. The breakdown of trust between a government and its citizens,
the influence of race, class, and gender – as well as the ethics of
documentary filmmaking itself – form the backdrop for this universal
story of the search for home.
Im Dezember 2011 hat sie ihren letzten offiziellen Fight: In der ausverkauften Karlsruher Arena siegt Halmich nur knapp vor 7500 Zuschauern gegen die Israelin Hagar Shmoulefeld.
"Ich hatte einen Schlag auf die Niere bekommen und dachte, der Ringrichter würde unterbrechen".
Vom Ring aus dankt sie denen, die sie bei ihrer Karriere unterstützt haben - die Zuschauer ehren sie mit Standing Ovations. Unter ihnen Birgit Prinz, Joachim Löw, Boxlegende Rene Weller und ihr guter Freund Dariusz Michalczewski.
56 Kämpfe hat die 1,61 m große Frau aus Karlsruhe geboxt, 54 davon gewonnen. Sie ist die bisher beste Boxerin der Welt.
Kino-Start der Doku von Simone Jung war im Juni 2010.
Regina Halmich hatte versucht, die Kino-Version zu verbieten - sie habe nur von der TV-Doku gewusst.
Nun denn - ein sehenswerter Film.
Wadim lebt in Hamburg. Er führt das Leben eines ganz normalen, fröhlichen Jugendlichen. Er hat viele Freunde. Sie gehen zusammen zur Schule, machen Sport und drehen Videclips mit ihren Kameras.
Diese Videos sind heute das filmische Dokument eines Lebens, das auf tragische und vollkommen unnötige Weise endete.
Die Filmemacher Hauke Wendler und Carsten Rau erzählen in dem 90minütigen Dokumentarfilm die wahre Geschichte eines Jungen, der lange für sein Glück kämpft und sich schließlich nicht mehr zu helfen weiß.
Denn die deutschen Behörden dulden den jungen Letten nicht, er soll 2005 zusammen mit seiner Familie abgeschoben werden, zurück gehen in ein Land, das er kaum noch kennt.
Schon 1992, Wadim ist gerade fünf Jahre alt, kommt er nach Deutschland. Seine Eltern beantragen Asyl. Es folgen dreizehn Jahre, in denen die Angst vor einer möglichen Abschiebung den Eltern schwer zu schaffen macht.
Außer Wadim. Der ist Optimist - mit jugendlicher Energie plant er seine Zukunft.
Als die Familie 2005 in einer Nacht und Nebel-Aktion von der Ausländer-Behörde zur Ausreise gezwungen werden soll, spielt sich ein Drama ab. Seine Mutter schneidet sich die Pulsadern auf, der Vater landet in Untersuchungshaft. Die Mutter bleibt eine Weile in der Psychiatrie, ihr Ehemann "darf" ebenfalls bleiben, Wadims minderjähriger Bruder auch.
Es ist die Ironie des Schicksals und das katastrophale Ergebnis der deutschen Ausländerpolitik, dass gerade der 18jährige Wadim das Land allein verlassen muss. Unwiderruflich. Es trifft ihn wie ein Schlag. Denn er weiß gar nicht, wohin er gehen soll. In Riga bleibt ihm höchstens das einsame Leben in einem Obdachlosenheim.
Er kämpft, irrt durch Europa, schlägt sich durch und sucht Asyl. Nach einer erneuten Abschiebung sieht er keine Hoffnung mehr. Die Trennung von seiner Familie hält er einfach nicht aus.
Einmal noch kehrt er zurück nach Hamburg. Im Juni 2010 wirft er sich vor eine S-Bahn.
Der einfühlsame Dokumentarfilm blickt zurück auf Wadims Leben und stellt uns seine Familie und Freunde vor, die für die Interviews viel Kraft brauchten.
Am 14. April 2012 ist WADIM bei der 9. Dokumentarfilmwoche im Hamburger Lichtmess-Kino zu sehen.
Alle paar Wochen stelle ich einen Klassiker vor. Hier eine Doku, die es sogar bis nach Hollywood schaffte und gewann.
Der Film von James Marsh basiert auf dem Buch "To reach the clouds" (aktueller Titel: "Man on Wire"), das der Hochseilartist Philippe Petit selbst schrieb.
Es ist der siebte August 1974, als einige New Yorker erst verwundert empor blicken und dann die Luft anhalten: zwischen den Twin Towers des World Trade Center balanciert ein schmächtiger Mann auf einem Seil....
Vier Drehtage, eine Woche Schnitt. Das waren die Bedingungen für 20 Film-Teams, die im Sommer 2010 in Brandenburg ausschwärmten. Die Betreuung übernahm der Regisseur Andreas Dresen.
Dabei heraus gekommen sind 20 Dokumentarfilme, die der rbb bis zum 30.3. täglich ausstrahlt.
Von amüsant, putzig, bewegend, authentisch bis nachdenklich ist alles dabei.
Diese Dokureihe liefert den Beweis: Brandenboorg kann mehr .
Im "Icke"-Land an der Havel da blüht das Leben, wa!
Sie war das beeindruckenste Panzerschiff der deutschen Marine: die "Admiral Graf Spee" lief 1939 in Wilhelmshaven vom Stapel.
Wenig später zog ihr Kapitän, ein Mann von Welt, für die Nazis in den Krieg. Pfarrer wollte er eigentlich werden. Dann entschied sich Hans Langdorff, sehr zum Leid seiner Familie, für die Marine. Besonders der englischen Flotte fügten seine Angriffe hohe Verluste zu. Die "Graf Spee" war gefürchtet: sie feuerte Torpedos von einer nie da gewesenen Schlagkraft ab.
Von Deutschland geht es über den Atlantik nach Südamerika. Vor der Küste Uruguays liefert sich Langdorff mit drei englischen Schiffen eine verheerende Schlacht. Schwer angeschlagen steuert die Graf Spee in den Hafen von Montevideo.
Doch Langdorff tappt, ohne es zu wissen, in eine diplomatische Falle. Die Meldung, er müsse den Hafen innerhalb von drei Tagen wieder verlassen, nimmt er schockiert zur Kenntnis.
Denn vor dem Hafen warten bereits die gegnerischen Schiffe. Das Leben seiner gesamten Besatzung steht auf dem Spiel.
Eingekesselt von englischen Schlachtschiffen und ungeachtet der Befehle der Nazis sah der Offizier jetzt nur einen Ausweg.
Am 17. Dezember 1939 lässt er seine Mannschaft in Beibooten von Bord und versenkt die "Graf Spee" vor den Augen tausender Schaulustiger in den Rio de la Plata. Wieder an Land, führt der Kommandant seine Mannschaft nach Buenos Aires, hält eine letzte Rede und erschiesst sich auf der Flagge seines Schiffes.
"Tausend Menschen verdanken Langdorff ihr Leben" - so das Resumé seines Gefährten.
Die Doku zitiert auch aus dem Abschiedsbrief, den der Offizier seiner Familie schrieb. Seine Tochter hatte ihn 66 Jahre geheim gehalten, sogar vor ihren Kindern. Die Autoren begleiten schließlich einige in die Jahre gekommene Herren der damaligen englischen und deutschen Marine zu einer gemeinsamen Gedenkfeier auf einen Ehrenfriedhof in Uruguay.
Es existieren einige Dokus über das Schicksal des Kapitäns und seiner "Graf Spee", auch von der BBC.
Hier eine, die ich empfehlen kann. In 4 Teilen bei youtube zu sehen
"2. Weltkrieg - Die Schicksalsfahrt der Graf Spee"
HEUTE:
Heute streiten sich Bergungsfirmen um die Nazi-Reliquien. Für einen tonnenschweren Bronzeadler bot ein Unbekannter 3 Millionen Dollar...
eine bewegende Doku von Kief Davidson, Richard Ladkani. Zu Recht zwölfmal mit internationalen Filmpreisen ausgezeichnet, Kinostart in Deutschland war 2005.
Unten mehr über die Minenkinder und den "Berg des Teufels" in Potosí, Bolivia.
400 Jahre Schwefel, Staub, Schweiß und Tod: Die Minen von Potosí von S. König
Im Oktober 2010 blickte die Welt gespannt auf einen Berg in der Atacamawüste. Mit imposantem Druck fräst sich dort ein Stahlbohrer ins Gestein. Eine raketenförmige Kapsel will man hinablassen und 33 verunglückte Minenarbeiter ans Tageslicht zurück holen. Lange ist nicht klar, ob der Bohrer überhaupt zum Schutzraum in 700 Metern Tiefe vordringen kann.
Draußen vor dem Berg spielen sich bewegende Szenen ab. Rund 3000 Menschen warten da. Sie weinen, singen, recken Fäuste in die Luft und rufen nationale Parolen. Wie einen Triumph feiert die Menge, unter ihnen der chilenische Präsident Sebastian Piñera, jede einzelne der mühsamen Bergungen. Die Geretteten sind jetzt Helden, ausgestattet mit UV-dichten Oakley Sonnenbrillen, gesponsort aus den USA. Das Geschäft mit der Katastrophe beginnt schon vor der Rettung. Reporter aus aller Welt erhoffen sich ein Interview, an den Fernsehbildschirmen verfolgen Millionen Zuschauer das Wiedersehen der Familien. Auch das Bergbauunternehmen achtet nicht aufs Bankkonto, wenn es um das Wohl der eigenen Belegschaft geht. So scheint es zumindest auf den ersten Blick. Doch schnell wird klar, dass die jetzt offiziell insolvente Firma das 14,5 Millionen Euro teure Rettungsmanöver nur bezahlte, weil die Welt zusah. Eigentlich ist die Realität in Potosí eine ganz andere. Ohne Medienvertreter vor Ort kümmert sich kaum jemand um das Wohlergehen der Bergleute. In Chiles Nachbarland berichten Mineros von fehlender Schutzkleidung, giftigen Dämpfen und tausenden Toten. 4200 Meter über dem Meeresspiegel liegt die berüchtigste aller Minen. Es ist die Silbermine von Potosí, der höchst gelegenen Stadt der Erde. Einst Synonym für Dekadenz und Wohlstand symbolisiert die „Mine des Teufels“ heute Schwefel, Staub, Schweiß und Tod. Achtzig Millionen Menschen habe der Berg bei lebendigem Leibe verschluckt, erzählt man sich.
Potosí: Einst Schatztruhe, jetzt Armenhaus
Seit über 400 Jahren befördern die Minenarbeiter in Potosí Silber, Kupfer und Zinn aus dem Cerro Rico. Erhaben ruht der Berg seit jeher über dem bolivianischen Land. Dünn ist die Luft hier oben, klar das Licht, reich an Silber das Gestein. Einst war Potosí fast so wohlhabend wie Paris, beinahe so reich wie London. Kaiser Wilhelm ernannte die Stadt 1553 zur „villa imperial“ mit kaiserlichen Wappen, die Spanier betrachteten den Ort als königliche Silbertruhe, aus der sie sich mit vollen Händen bedienten. Sie zwangen die Indios zu blutiger Zwangsarbeit, bauten mondäne Paläste, vergoldeten Kirchtürme und verlegten Pflastersteine aus echtem Silber. Im Geldrausch zog es mindestens 100.000 Abenteurer hierher. Die Stadt war berüchtigt für ein wildes Nachtleben, für unzählige Kneipen und Bordelle in prächtigen Kolonialbauten. Damals, im achtzehnten Jahrhundert, als der Berg noch nicht ausgeschlachtet und von Sprengungen durchlöchert war. Heute breitet sich, fernab vom Stadtkern, der Schatten der Berge über karge Hütten aus. Von der reichsten Silbermine der Welt sind nichts weiter als trübe Mischungen aus Zinn, Silber und Eisen geblieben, reines Edelmetall findet sich schon lange nicht mehr. Potosí zählt zu den ärmsten Regionen überhaupt. Vor allem die „Mineros“ leben, arbeiten und sterben mit dem Cerro Rico, ihr Wohlstand ist abhängig vom Bergbau und vom Tourismus. Seit Generationen glauben sie an den Tío, die Teufelsgestalt, der im Innern des Berges wohnt und über Leben und Tod bestimmt. Wird der Tío zornig, lässt er das Gestein explodieren, tötet die Mineros und isst ihre Seele.
Die Angst vor dem Tío begann, als die Spanier 1545 in Potosí einfielen. Sie schickt der Himmel, dachten die Indios über die weißen Männer, die auf Pferderücken thronten, ein Blutbad anrichteten und Befehle gaben. Doch das, was die neuen Herrscher von ihnen verlangten, die schwere Arbeit in der Dunkelheit des Berges, war ihnen ein Graus. Sie wollten nicht in der Tiefe ihres Berges schuften, den sie ehrfurchtsvoll Sumaj Orcko, Majestätischer Berg, nannten. Zwanzig Stunden Zwangsarbeit mit bloßen Händen, zwischen giftigen Dämpfen, ohne den Anblick der Sonne und der Wolken, Staub, Hitze und Durst ließen die Hochlandbewohner zu Tausenden sterben. Um Druck auszuüben zeigten die Spanier ihnen eine Figur mit einem Teufelsgesicht, den angeblichen Herrscher des Cerro Rico, und drohten mit der Rache des Dämons. Dieser Gott werde jeden bestrafen, der sich bei der Verrichtung der Arbeit nicht anstrenge. Aus Díos, spanisch für Gott, wurde „Tío“, und aus dem Cerro Rico ein tödliches Schicksal. Achtzig Jahre später bekam der Berg einen neunen Namen: Wuila Ckollo. Bluthügel.
Potosí um 1900: "Zinnbarone" im Silberrausch
Mit dem Silber, das die Mine seit ihrer Entdeckung schon abgeworfen hat, könnte man eine silberne Brücke von Bolivien bis nach Spanien bauen, erzählt man sich. Besonders drei Geschäftsmänner erlangten in der Blütezeit des Handels Berühmtheit. Sie verdienten nach der Unabhängigkeitserklärung Boliviens, 1825, mit den metallenen Adern Millionen. „Zinnbaronen“ nannte man den Chilenen Mauricio Hoschild, den aristokratischen Bolivianer Carlos Armayo und den ehemaligen Minenarbeiter Simon Patino. Zusammen besaßen sie mehr Geld als die bolivianische Regierung jemals zur Verfügung hatte. Von ihrem Gewinn blieb im Landesinneren nur einen lächerlicher Kleinstbetrag, lieber schafften sie ihr Geld ins Ausland. Hoschilds verlegte den Sitz seiner Firma nach Chile, Patinos in die USA und Armayo verwaltete sein Vermögen in der Schweiz. Fünfzig Dolllar Miete zahlte Patino an die bolivianische Regierung pro Jahr, Aramayo zahlte 22 Dollar, Hoschild nichts. In ihren üppig ausgestatteten Anwesen speisten Könige und Staatsoberhäupter, der bolivianische Kanzler erhielt traditionsgemäß ein staatliches Monatsgehalt von den Minenbesitzern. Märchenhaft sollen die goldenen Zeiten vor allem für diese drei Minenbesitzer gewesen sein.
Die Minenkinder: Schwerstarbeit für Hungerslöhne
Am Rhythmus des Lebens hat für die einfachen Arbeiter sich seitdem wenig verändert in Potosí. Sie stehen auf im Schatten des Berges, steigen hinab in seine Dunkelheit, schuften schwer in Staub und Enge, kauen Kokablätter und beten, dass der Tío sie mit tödlichen Explosionen verschonen möge. Noch heute ist der Mythos allgegenwärtig, an allen 3000 Mineneingängen lauert die Tonfigur des Teufels und macht vor allem den Kleinsten Angst. Auch wenn sie gesagt kriegen, dass der Tío sie beschützt und nur die bestraft, die nicht gut aufpassen. Über zweitausend Kinder arbeiten für drei, maximal fünf Euro Tagesgeld in Potosís Minen. Auf tonnenschweren Loren hieven sie von acht Uhr früh bis fünf Uhr nachmittags Mineral aus der Mine, beladen Körbe mit Geröll oder bereiten Dynamit für die Sprengung der Bergwand vor.Einstürze, Explosionen, Vergiftung mit Schwermetallen und verseuchtes Wasser vermindern die Lebenserwartung der Kinder auf durchschnittlich zehn Jahre ab dem Zeitpunkt des ersten Arbeitstages. Kinderarbeit ist seit 1995 im bolivianischen Geschäftswesen zwar offiziell verboten, doch in den Tiefen des Berges herrschen andere Gesetze.
Noch nicht einmal vor den Touristen, die seit einigen Jahren einen Teil der Stollen besichtigen, verstecken die Bergbaugesellschaften ihre minderjährigen Angestellten. Geschenke sollen ihnen die Besucher mitbringen, so die Ankündigung vor der Tour. Auf dem „Mercado de los mineros“ gibt es alles, was ein Minero täglich bei sich trägt: Kokablätter, Alkohol Softdrinks, starke Zigaretten und – vor allem - Dynamit. Touristen begeistern sich für die mit Sprengstoff gefüllten Papierstangen, die es sonst nirgendwo anders auf der Welt problemlos zu kaufen gibt. Hier kriegt man sie für ein paar Cent als Urlaubsknaller - für jung und alt. Mittlerweile kommen jedes Jahr tausende Touristen nach Potosí, der Tourismussektor erwirtschaftet fünf Prozent des bolivianischen Bruttosozialprodukts und ermöglicht einigen Potosianer ein lukratives Geschäft. Die Extremerfahrung der Minenbesichtigung reizt viele Reisende, fasziniert oder schockiert, kalt lässt die Welt unter Tage sowieso niemanden. Beklemmung Hitze und Dunkelheit bringen den Besucher an körperlichen Grenzen und führen vor allem eines vor Augen: wie schön das Leben unter freiem Himmel sein kann.
Minenkinder fühlen die Beklemmung Tag für Tag. In dem klaustrophobischen Labyrinth aus Geröll und Sickwasser müssen selbst sie sich krümmen, Staub und hohe Luftfeuchtigkeit benetzen die Haut und trocknen die Kehle aus. Kokablätter kauen, das lernen sie von kleinauf. Sogar ihr Präsident Evo Morlaes empfiehlt die hier wachsenden Kokablätter als nahrhafte Volksspeise, auch für Schüler. Ob nahrhaft oder nicht, sie dahingestellt. Wissenschaftlich nachgewiesen ist, dass die enthaltenden Alkaloide Erschöpfung, Angst und Durst mindern, die Sauerstoffaufnahme des Körpers verbessern und den Körper mit Nährstoffen versorgen. Knochenarbeit lässt sich damit besser aushalten. Und der Name täuscht. Zwar enthalten die Blätter Kokain, aber nur in einem schwindend geringen Anteil. Selbst die kleinen Kinder tragen ein Tütchen mit Kokablättern bei sich. Die Arbeit ist eine Qual, die Mütter leiden, weil ihre Kinder keine andere Wahl haben. Oberhalb des Zentrums von Potosí, nahe der Mine, organisieren sich deswegen Potosís Frauen mit Hilfe mit einer internationalen Organisation, die Essen, Stipendien und Schulunterricht bietet. Ihre Hoffnung: eine Ausbildung und ein Leben jenseits der Mine.
Einmal Minero, immer Minero
Die Väter der Minenkinder konnten keine Schule besuchen. Als „Carreros“ bringen sie in drei Schichten das Mineral auf tonnenschweren Karren aus dem Inneren des Berges, bereiten als „Perforistas“ bereiten die Sprengung vor oder meißeln als „Wincheros“ Silber, Blei, Zink und Zinn aus den tiefsten Ebenen. 55 Jahre – älter wird ein Minero im Durchschnitt nicht. Siebzig Mineros sterben in bolivianischen Minen pro Jahr an den Folgen fehlender Schutzkleidung, fehlender Gasmasken oder an körperlicher Erschöpfung.
Das Einatmen von Siliziumpulver, Quecksilber-, Arsengas und Schwefeldämpfe, Höhenunterschiede, Temperaturwechsel und feuchte Luft hinterlassen gravierenden gesundheitlichen Schaden. Die meisten Mineros erkranken an der Staublungenkrankheit Silikose, einer Gewebsveränderung mit schwarzen Verfärbungen der Lunge. Wird die Krankheit nicht ausreichend behandelt, kommt es zu Atemnot und Herzbeschwerden.
Bis auf vierzig Grad heizt sich die Luft im Stollen auf, kniehoch sammelt sich an manchen Stellen das Wasser, die Wände messen weniger als einen Meter Höhe. Wegen der Hitze und der sowieso schon schlechten Luft verzichten die Männer lieber auf ein Tuch, das ihren Atemwege vor den Giftgasen schützen könnte. Gegen herunter stürzende Felsbrochen tragen sie nur einen Helm, mehr Ausrüstung stellt ihnen ihr Bergarbeitsunternehmen nicht zur Verfügung. Noch fünf bis zehn Jahre werden die Mineros Mineraladern in der berüchtigten Mine von Potosí finden können, meinen Experten. Dann ist der Berg endgültig ausgehöhlt.
Ob Potosí sich in eine gigantische Geisterstadt verwandelt und wie ihr Leben danach aussehen soll, weiß keiner so recht. Die Mineros machen erst einmal weiter, arbeiten in der Kooperative Corporación Minera de Bolivia (COMIBOL) in der Hoffnung, sich selbständig zu machen, mit einem eigenen Stollen. Wer mit Glück auf eine Metallader stößt, hat das große Los gezogen und wird reich. Der Glücksgriff, der einigen wenigen Kumpel ein Leben in Wohlstand beschert hat, motiviert genauso zum weitermachen wie die vergleichsweise hohen Löhne, die ein erfahrener Minenarbeiter in Bolivien erhält. Jedermanns Traum vom Aussteigen erledigt sich meist durch eine schwere Krankheit von selbst.
Aus dem Stollen um die Welt
Die 33 Helden aus Copiapó haben jetzt andere Berufe. Stattliche 31.000 Dollar Honorar verlangt der Bolivianer Carlos Mamani, einziger Ausländer unter den Geretteten, für ein Interview. Einladungen aus aller Welt treffen bei ihm und seinen Mitstreitern ein. Gemeinsam traten die 33 ehemaligen Mineros in einer CNN-Show in Los Angeles auf. Von den USA ging es weiter nach England zu einem Spiel von Manchester United, es folgten Spanien, Griechenland und Israel. Die „Kumpels“ umrunden die Welt.
Omar Reygadas, ein eher zurückhaltender Held, kündigte an, dass er zu seinen ehemaligen Kollegen zurückkehren wolle. Während der Rettungsaktion standen sie neben dem chilenischen Präsidenten, den Helfern und den Angehörigen und hielten selbst gemalte Plakate mit der Aufschrift „San Esteban: Wir sind nicht 33, wir sind 300!“ in die Kameras. Entschädigungszahlungen fordern die heute Arbeitslosen, bessere Sicherheitsvorkehrungen und Mitspracherechte. Rechte, die bisher weder Chile noch Bolivien seinen Arbeitern gewährt. Dabei liegt es fast vierzehn Jahre zurück, dass die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) eine Konvention für mehr Sicherheit der Minenarbeiter veröffentlichte. 24 Nationen haben bisher unterzeichnet. Präsident Sebastian Piñera kündete nach dem Unglück bei einem Staatsbesuch in London die Unterschrift Chiles an. Obwohl es die Firmen sehr viel mehr Geld kosten werde, fügte er im Sinne der Unternehmer hinzu.
Manfred Warda, Generalsekretär der Internationalen Föderation der Chemie-, Energie-, Bergbau- und Fabrikarbeitergewerkschaften (ICEM) aus Genf sieht das Abkommen aus einer anderen Perspektive: „Wenn viele der in der ILO-Konvention 176 aufgestellten Regeln in Chile in Kraft und berücksichtigt wären, dann hätte das Unglück in der San Esteban-Mine in San Jose vermieden werden können”, kommentierte er.
Auch Ivan Tóro, Bergarbeiter aus der Mine in San Antonio, Nachbarort der Unglücksstelle, sieht die Dinge anders. Er verlor 2001 bei einer Sprengung ein Bein, gewann den Prozess gegen die Firma und lebt heute von einer kleinen Rente. „Jeder tote Bergarbeiter, jeder tödliche Unfall führt zu einer kurzen, aber heftigen Debatte mit den Betreibern und bringt eine kleine Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Das ist der Preis den wir zahlen“, erklärt Tóro. Zwischen 2009 und 2010 starben allein im Cerro Rico 21 Arbeiter an den Folgen der Schwerstarbeit.
Immerhin brummen währenddessen die Geschäfte der geretteten Dreiunddreißig. Hollywood-Produzenten verhandeln mit ihrer Agentur über die Filmrechte an einer Heldensaga, mindestens achtzig Prozent der Einkünfte sollen an eine so genannte Kumpel-AG fließen. Sie haben Glück nach dem Unglück: ihre Qualen unter Tage werden so zumindest zu barem Geld.
Der Bolivianer Carlos Mamani war noch nie in Potosí. Er lebt weiterhin mit seiner Frau und der kleinen Tochter in der Atacamawüste. Obwohl er in Bolivien residieren und stolz wie Oskar sein könnte. Höchstpersönlich besuchte der bolivianische Präsident Morales ihn im Krankenhaus, bot einen Rückflug in der Präsidentenmaschine, Arbeit und Geld. Aber Mamani lehnte ab. Er leidet unter seinem Trauma, in eine Mine will er nie wieder zurückkehren. Er habe einfach zu viel Angst.
In seinem Heimatland, auf der Hochebene von Potosí, befördern Mineros derweil alles, was aus dem Cerro Rico noch zu holen ist. Zukunft ungewiss, Hollywood weit entfernt. Tagtäglich steigen die Männer in ihr staubiges Verließ, kauen, Kokablätter, zählen die Explosionen und hoffen, dass ihnen wenigstens einer hilft: der „Tío“, ein Teufelsmann aus Ton.
Nach Schätzungen des Internationalen Verbands der Bergbaugewerkschaften kommen jedes Jahr mindestens 12 000 Bergleute weltweit bei ihrer Arbeit ums Leben.
En Bolivia mueren como 70 mineros por año indefectiblemente según observaciones de los propios del sector.
Maria Velten nannte man in den 80ern "Das Blaubeer-Mariechen". Klingt niedlich. Aber Maria Velten tötete sechs Menschen. Und irgend ein Problem hatte sie mit genau denjenigen, die ihr nahe standen.
Ihre Mordserie zwischen 1963 und 1982 versetzte die Kempener in Angst und Schrecken.
Ihr Vater, ihre Tante - beide pflegebedürftig, aber auch ihre zwei Ehemänner und Liebhaber aßen ihren berühmten Blaubeerpudding - und damit auch das Pflanzenschutzmittel E 605, ein tödliches Gift.
Ute Bönnen und Gerald Endres Doku erzählt bringt uns zurück and die Tatororte und erzählt Marie Veltens Geschichte.
Was bringt Frauen zum morden - und vor allem: handeln sie anders als männliche Täter?
An jenem teuflischen Wochenende in Imola, um den 1. Mai 1994 herum, verlässt Ayrton Senna das Glück. Zuerst sieht er am Freitagnachmittag seinen Landsmann und Schützling Rubens Barrichello in hohem Tempo von der Strecke fliegen und rennt aus der Boxengasse zu ihm. Einen Tag später kracht der junge Salzburger Roland Ratzenberger mit Tempo 300 in die Begrenzungsmauer, und Senna, noch geschockt vom Unfall Barrichellos, starrt entsetzt auf den Bildschirm in seiner Box.
Dank des uneingeschränkten Zugangs zum Archiv der Formel 1, die den Filmemachern von Bernie Ecclestone gewährt wurde, und dank Super-8-Aufnahmen der Familie gerät das Porträt dichter als jeder Spielfilm. Ist die Idee des Dokumentarfilms im Zweifel eine aufklärerische, weil er die Wirklichkeit und die in ihr agierenden Personen erklären und gerne auch entzaubern will, so gelingt "Senna" das Gegenteil. Je näher man der Figur zu kommen scheint, umso unglaublicher und fabelhafter gerät sie.
Das böse Gefühl vor der Kurve
Wobei der Regisseur nicht einmal alle Register ziehen muss. So nutzt er zum Beispiel nicht jene Sequenz aus einem Interview im Jahr von Sennas Tod, als er in jener Kurve steht, die später sein Schicksal werden soll und sagt, dass er das Gefühl habe, dass in dieser Kurve in diesem Jahr jemand sterben werde
Gerade weil sich dieser Film seine billigsten Pointen spart, um eigenwilligere zu setzen, belässt er Senna den Status des Unnahbaren. Die kühle Umpanzerung seiner persona bleibt intakt, und doch legt der Film Spuren, die zum Kern der Person führen könnten. Der sehnige, athletische Charakter des Films, seine präzisen Montagen geben die Dynamik eines rastlosen Lebens wieder, das dennoch stets zentriert erscheint. Senna fährt nie vor sich davon, sondern stets zu sich hin.
Ayrton Senna ist ein feiner und bescheidener junger Mann aus gutem Hause. Er ist seit frühester Kindheit der Raserei verfallen. Erst dem Kartsport, dann irgendwann der Formel. Bis zum Schluss sind ihm die Jahre im Kartsport die liebsten: dort gibt es keine Politik, kein Geld, nur den Sieg des Schnellsten. ...
When we were kings ist heute ein Juwel unter den Klassikern, 1997 erhielt er einen Oskar für den besten Dokufilm.
When we were Kings zeigt die Ereignisse rund um den Boxkampf, der 1974 als "Rumble in the Jungle" Furore machte. George Forman, der Heavyweight Champion ein Meter Neunzig gross, gefürchtete Fäuste, kämpft gegen den kleineren und älteren Muhammad Ali.
Beide Boxer sind US-Amerikaner, aber mit zwei unterschiedlichen Botschaften.
Ali steht für Afrika, für das, was das Civil Rights Movement ins Bewusstsein rücken wollte:
Seht! Hierher kommen wir, das sind unsere Wurzeln. Seid stolz darauf, lasst Euch nicht unterdrücken.
"I'm coming HOME.. to fight for the black people..."
Alis Humor und sein Charme machen ihn beliebt, her hat überall einen lockeren Spruch auf den Lippen. Dabei auch immer politisch, friedlich, altruistisch, nicht eingebildet.
George Foreman dagegen benimmt sich extrem arrogant, als Superstar, dem niemand dumm kommen kann. (Foremans Einstellung sollte sich im Laufe seines Lebens ändern, nach seinem Comeback 1987 war er ein ganz anderer: http://de.wikipedia.org/wiki/George_Foreman )
Der Regisseur Leon Gast schaffte es, 90 Minuten die Stimmung zu halten - 90 Minuten EinsA Entertainment und Spannung von der ersten bis zur letzten Szene - und das ohne Off-Sprecher.
Am Anfang lernen wir Muhammed Ali kennen: "I'm black, I'm handsome, I'm pretty...
Schnell wird klar - hier gehts um zwei Kontrahenten - und dieser Kampf ist kein gewöhnlicher. Er ist legendär, legendär symbolisch. Muhammed wird kämpfen, ganz klar,. für Afrika, für die Wurzeln, für die die kulturellen Reichtümer der schwarzen Amerikaner.
I'm coming home! And I will fight for.... " "For us, he was defending the good cause. for Africans, and for the whole world."
Ali sagt: "I'm gonna fight. ..not for me.. but for black people who cant eat, black people who ...don't have no future. I wanna ... go to Mississippi and show the people that this is their country.. Let me take pictures, I can do things. And i can take all this back to America! .. All I got to do is whoop George Foreman."
Der Schriftsteller Norman Mailer (*1923, +2007) war in Zaire dabei. 1970 schrieb er das Buch "The Fight" / "Der Kampf".
Man hört ihm gern zu, wenn er voller rhetorischer Finesse an die Ereignisse um 1974 erinnert:
"George Foreman was a phenomenon. he was almost like a physical Guru. He ..was negortute. he was this huge black force."
Die Montage mixt O-Töne mit rhythmisch geschnittenen Bilder aus Afrika, Leute, die Feiern, Vodoo-Tänzern, James Brown auf der Bühne - jeweils passend zum Moment. Der Film ist chronologisch aufgebaut. Er stellt erst die Kontrahenten vor und steigert dann die Spannung - Ankunft im Kongo: erst Ali am Flughafen.
Über Foreman sagt er, halb schumunzelnd: "I don't like that guy, he talks to much.."
auf der Pressekonferenz: "I'm so mean, last nite I killed a rock...I hospitalized a stone.. I'm so mean I can make medicine sick" :-
Muhammed ist ist drollig, an seinem Scharfsinn und seiner Intelligenz kommt niemand vorbei..Er strahlt Gutmütigkeit aus, er ist zugänglich und steht mit beiden Beinen auf dem Boden.
In Amerika wird er verurteilt wegen einer Bagatelle - .denn eigentlich wollte man ihn für seine Mitgliedschaft in der "Nation of Islam" manipulieren, einer als radikal geltenden pro-afro american Organistaion.
Die Menschen im Kongo feiern seine Ankunft - er gibt ihnen eine Stimme, er lenkt Aufmerksamkeit auf Afrika und auf ein Land - damals Zaire - das gerade unter einem despotischen Herrscher leidet.
Zaire (heute: demokratische Republik Kongo) befreite sich 1960 von der Kolonialherrschaft Belgiens, aber gleich darauf wütete der Diktator Mobutu Sese Seko. Erst 32 Jahre später, 1992, wurde er gestürzt.
Wir sehen das Stadion, das sonst als Folterlager dient und Norman Mailer beschreibt Mobutu:
"Mobutu was particularly ugly. You saw his picture every where. Down under the stadion were detention pens and rooms and chambers where you could imprison as many as a couple of thousand people at once. Before the fight began, the crime rate in Zaire had gone up and some white people had been killled. And Mobutu decided to .... had all the criminals rounded up in this stadion.. in the detentions pens... then he took a hundred of them and killed them..."
Dann die Ankunft von Goerge Foreman. Foreman steigt mit einem deutschen Schäferhund aus dem Flugzeug. Die Schaulustigen die ihn begrüssen, fühlen sich unangenehm bedroht - denn Schäferhunde kennen viele noch aus der Kolonialzeit. Damals brachten belgischen Polizisten die Hunde mit nach Afrika.
US-Sportjournalisten meinten von Anfang an zu wissen, wer den Kampf gewinnt. In Radio und Fernsehen hiess es schon vorher von vielen Seiten: Alis Sieg ist vollkommen aussichtlos, grotresk, utopisch. Ein kecker Reporter traut sich trotzdem und fragt Foreman: "What would you do in case you're gonna loose?" Foreman antwortet konsterniert: "I beg your pardon?? Well, nice talkin to you."
Die Spannung steigt.. ja, das ist, was die Doku ausmacht: die Spannung auf diesen Kampf, auf die Bilder von diesem Boxkampf, der so viel mehr war, als fliegende Fäuste, übertrifft jeden Fernseh-Krimi.
Auch Mailer fühlte das so: "A heaveyweight championship does produce an excitement in the unlookers thats unlike almost any other spectacle... its almost unendurable to wait for that bell to ring for the first round. In 1974 in Zaire the fight startet at 4 o'clock in the morning in order that it could be shown on Television in America. .."
"Alis dressing room was like a morgue. it was like the first supper." ...they were deeply frightened now...
Muhammed said: "What I'm gonna do?" they said: "you're gonna dance..!" - and they were all crying..
Mobutu watched the fight on TV in his palace.. he was terribly afraid of assasination. The stadions ...floor was covered with blood. it has been washed away. but the affect of the blood was still there as part of the atmosphere. The atmosphere before the bell rang, was as intense as I ever recall.
"Ali, kill em!" - Ali boma ye!! rufen die Leute...
Ali und Foreman sehen sich in die Augen.. sie reden miteinander. Der Original-Ton des Kommentators aus dem Stadion ist zu hören, wie er aufgeregt sagt:
"They are really talking to each other.. Five million dollars are at stake.. Ali ready, Foremann ready, we're waiting for the opening bell!"
Bing!
Ganz wichtig in diesem Film: Die Sounds und die Musik. ...
dann wieder Mailer: "Ali hit him with a right hand lead... Not even 50 dollar sparing partners dared to do that on Foreman.. Nobody had thrown a right hand lead on Foreman in 2 years. it was the greates insult you could express.. He's expecting me to danc.e I'm not gonna dance. So I'm hitting him with the right hand and I'm gonna knock him out in the first round. .He threw 12 right hand leads. I don't think he told anyone that he was gonna do it. I think he may have debated on what he was gonna do up to the last moment. And the only thing is he didnt knock him down and he didnt knock him out. Instead Foreman went crazy.
"The bell rang. Ali went back to the corner. He finally, the nightmare that had awakened him.. had finally come to visit him. He was in the ring witha man he could not dominate, who was stronger than him, who was not afraid of him, who was gonna try to knock him out, ...and this man was determined and unstoppable. And Ali had a look on his face that I'll never forget. It was the only time I saw fear on Alis eyes... He thought: this is the moment, this is what you've been waiting for, this is that hour. Do you have the guts?" and then he yelled: "Ali boomaye!" - And a hundred thousand people yelling back: "Ali boomaye!!"
And this huge reverberation of the crowd coming back on him."
Muhammed Ali - he was like a sleeping elephant. You can do anything against a sleeping elephant. But when he wakes up, he tramples everyhting.
Und so war es - Ali gewinnt den Fight, und Foreman verlässt den Raum gesenkten Hauptes. Zwei Jahre sollte er ein eine tiefe Depression verfallen.
"He almost didnt get out of it" - so Mailer.
Die Empathie, die der Film komplett auf Ali lenkt, wird hier unterbrochen - die Spannung dabei einmal mehr erhöht.
Bei youtube gibts die Doku auf Englisch, in Deutsch kann man sie bestimmt bestellen.
Es lohnt sich, weil das ein Film ist, den man immer wieder ansehen kann.
"Man kann ja nicht sagen, dass sie besonders sexy war. Sie hatte auch nicht die Attribute eines Stars. Da war einfach diese enorme Energie,
die plötzlich den Raum füllte . Und diese Wahnsinss-Stimme."
Love Janis ist das Porträt einer der grossen Stars der Hippie Ära, eine Frau mit einzigartiger Stimme und grossen Herz.
Janis Joplin wurde am 19. Januar 1943 in Port Arthur, Texas geboren. Sie haute ab, trampte nach San Francisco, sang in einer Band und eroberte die Herzen im Sturm. Sie wurde über Nacht zur berühmtesten Blues n Rock-Sängerin Nordamerikas.
Ihre Karriere war gezeichnet von Sex, Drugs n Rock n Roll - und dauerte nur 4 Jahre. Aber die Legende Janis war viel mehr als das..
Sie starb am 4. Oktober 1970 im Landmark Hotel in L.A. an einer Überdosis Heroin.Ihr Mythos lebt bis heute.
Das Porträt ist ein Wechsel aus Konzertmitschnitten, und vor allem Zitaten aus Janis' Tagebuch.
Interviews wie zB mit ihrer Schwester Laura geben dem Film etwas Nüchternes.
Zum Ausgleich kriegen wir Janis pur, ohne Kommentar. Aufnahmen mit ihr im Studio nehmen uns mit auf die Reise in die wilden Seventies..
"Wir wollten nur raus." sagt sie über Port Arthur.
"Ich wollte weg. Auf Teufel komm raus weg von hier. Allein hatte ich nicht den Nerv. Also ging ich mit einem Freund. Er meinte, wir sollten nach San Francisco trampen. Dort würde er Leute kennen."
Janis war nicht nur ein Hippie-Mädchen und verliebt in den Blues, sie war auch ehrgeizig - und wollte ganz nach oben.
"Ehrgeiz ist nicht nur der skrupellose Kampf um eine Position oder um Geld. Sondern vielmehr der Kampf um Liebe. Viel Liebe." schrieb sie.
Einer ihrer Liebhaber erinnert sich. Er habe "die gewöhnlichen zwei Wochen" bekommen, die Männer normalerweise mit Janis hatten. Er erinneret sich an schöne zwei Wochen. Denn alles was sie tat, tat sie mit Leidenschaft. Ihre Gefühle waren tief - und ehrlich.
Janis war Blues, Janis war Flower Power, Janis war sexuelle Revolution -
Was aber vor allem bei diesem durch die Tagebucheinträge intimen Porträt durchscheint, ist ihr ewiger Kampf, das hässliche Entlein aus Texas hinter sich zu lassen.
Auf dem College wurde sie als "hässlichster Junge" des Jahrgangs gewählt. "Es war das einzige Mal, das ich Janis weinen sah", erinnert sich ein Freund im Interview.
Sie will nichts mehr mit ihnen zu tun haben, mit den Jahren der Kindheit und der Jugend, in denen sie nicht gut behandelt wurde, sich unverstanden fühlte von ihren Mitschülern und der konservativen Gesellschaft einer texanischen Kleinstadt der Sechziger Jahre.
Wahrscheinlich war es auch der Kampf um Anerkennung in ihrer Familie, die ihr viel bedeutete, auch wenn sie es nicht offen zugab. Der Vater arbeitete bei Texaco, man ging Sonntags zur Kirche. In diesem Film zeigen die O-Töne der Schwester, dass sie für Janis wildes Leben wenig Verständnis aufbringen konnten.
Janis aber bedachte ihre Familie noch vier Tage vor ihrem Tod. Sie schrieb ihr Testament. Das restliche Bargeld, am Ende waren es 1500 Dollar, sollten ihre Freunde versaufen. Den Erlös aus weiteren Eigentümern überschrieb sie ihrer Famlie. Vor allem ihrem kleinen Bruder Michael, der sich davon seine Ausbildung finanzieren sollte.
Wer einfach nur Bock auf gute Musik hat, drückt den Pfeil auf folgendem Video:
sagt sein Entdecker Markus Spiegel über Johann Hölzer, der als Falco die deutschsprachige Musikszene aufmischte und 1998 mit 40 Jahren starb. In der Dominikanischen Republik rammte ein Bus bei der Ausfahrt aus der „Turist Disco“ seinen Geländewagen. Falco war sofort tot - und hinterlässt eine Lücke, die niemand füllen konnte.
Diese Doku macht optisch Spaß, wegen Falco selbst. Es macht Spaß ihm zuzuhören und zuzuschauen, diesem kreativen Spinner - ein charmanter, intellektueller und sensibler Mensch.
Bei der Auswahl des Archivmaterial hat sich das Rechercheteam viel Mühe gemacht, die besten Szenen zu finden: Videoclips und Aufnahmen aus Falcos Tonstudio, Szenen aus seinem Leben - plus ein Interview mit ihm.
(Was gefiel ihm bloss an diesem karamelfarbenen Sakko im Rentner-Design? ich kanns mir vorstellen..)
Falco beschreibt sich in O-Tönen aus dem Archiv selbst:
Ein Grenzgänger sei er. und "Skandal ist Show-Biz. und das ist gut so."
Spannend die Videos mit Africa Bambata 1983 im Hotelzimmer in New York.
"Zurück aus NY war er ein komplett anderer Mensch."
Der Sprecher führt uns durch Falcos Leben, der Film ist aufgeteilt in Themen:
Falco in den USA, Falco und die Medien, Falco und die Frauen....
Das Video mit Brigitte Nielsen habe er nicht gedreht, weil er mit ihr singen wollte, sondern weil er mit ihr ins Bett wollte, soll Falco gesagt haben.
Billy Flanowski, sein bester Freund, kennt ihn besser: "Er hat immer eine Familie gesucht."
Die Geburt seiner Tochter Katharina war für Hans Hölzel das allergrößte. Umso tiefer saß der Schmerz, als er viel später durch einen Vaterschaftstest erfuhr, dass Katharina nicht seine leibliche Tochter ist. Der Liebe tat das natürlich keinen Abbruch - aber weh tat es ihm, wie viele andere Dinge auch.
Ein lohnendswerter Film für alle, die sich gern an die 80s und an Falco erinnern.
Buch und Film von Fernando León de Aranoa,
Mit Javier Bardiem, Luis Tosar, José Angel Egido, Nieve de Medina 113 Min. Verleih mit Unterstützung der Medienboard Berlin-Brandenburg und des MEDIA Plus Programms der Europäischen Union
Vigo ist eine Hafen- und Industriestadt nordewestlichsten Rand der spanischen Küste. Es riecht nach Fisch, nach Öl und nassen Tauen. Der Umgangston auf der Werft ist rauh wie die See, aber nie so gemeint wie er klingt. Als die Krise auch Vito trifft, verlieren die Werftarbeiter ihren Job.
Fünf Freunde sitzen von da an ratlos auf dem Sofa oder in der Bar. Sie verbinden vor allem zwei Dinge: die Arbeitslosigkeit und der Wille, auf gar keinen Fall aufzugeben.
Eine intelligente, anrührende Tragikomödie mit ausgezeichneter Besetzung.
Ein Ausschnitt aus dem Interview mit dem Regisseur Fernando León de Aranoa:
'Los lunes al sol' war in Spanien ein großer Kinoerfolg und hat eine Debatte über das Thema Arbeitslosigkeit ausgelöst. Ist 'Los lunes al sol' für Sie ein „politischer Film“?
Was ich mit Los lunes al sol versucht habe, ist das Porträt einer Gruppe von Menschen herzustellen. Indem wir erzählen, was diese Leute erleben, was mit ihnen geschieht, wird der Film zur Schilderung oder zur Widerspiegelung eines breiten sozialen Raums. Aber ich will keine Reden halten und keine Ideologien vertreten. Ich denke, dass das Kino beides sein kann, unterhaltsam und engagiert. Das ist im Leben auch nicht anders. Die Komödie folgt aufs Drama und umgekehrt. Das Lachen ist ein gutes Mittel, um schwierige Situationen zu überstehen. Vor allem für die erste Hälfte des Films wollten wir, dass das Publikum viel lachen kann, um sich mit den Protagonisten anzufreunden und mitzugehen. Ich habe beides gewollt, den Humor und die Härte, weil ich glaube, dass das Leben so ist. Das Kino kann diese Erfahrung aufgreifen. Ich denke, dass dieser Unterschied zwischen Unterhaltsamkeit und Reflektion nicht existiert. Vielleicht ist ein Film dann am unterhaltsamsten, wenn er dich zum Nachdenken bringt.
Es ist Sommer in Deutschland.
Klara, Mina und Tanutschka tummeln sich im Freibad. Es wird geplantscht und ein bisschen gepöbelt. Die ganz coolen Typen tragen die längsten Badeshorts.
Bestimmt gibt es irgendwo Pommes und Gummitiere zu kaufen und bestimmt schmeisst der ein oder andere Familienvater an diesem warmen Tag den Grill an. Oder?
Nee. Denn das Freibad ist nicht irgend ein deutsches Freibad. Es ist das Prinzenbad, mitten in Kreuzberg.
Hier beginnt der Film über das Leben dreier Teenager, der uns einen Einblick gewährt - in ihren Alltag, ihre Interessen und ihr Gefühlsleben.
Legendär geworden ist der Satz von Klaras Mutter, die folgende Regel aufstellt:
"Kein Heroin - und nicht schwanger werden!"
oder Tanutschkas Statement zu einem Typen am Telefon:
Der Film amüsiert, einige hat er anscheinend betroffen gemacht.
Doch wenn ich in einem Interview (s.u.) lese, dass ich die Autorin, die über zwei Jahre mit den drei Berliner Gören gedregt hat, sich niemals ernsthaften Sorgen um deren Zukunft machen musste, dann kann ich dem nur zustimmen. Habe ich mir, und mach ich mir auch nicht.
Man merkt nämlich dank der Nähe, die diese Doku zu den Protagonistinnen aufbaut, dass sich hinter dem krassen Xberg-Slang selbsbewusste junge Mädchen und Persönlichkeiten verbergen, die auf ihre Art wissen, was sie wollen und was sie nocht wollen. Und deswegen eine bedeutende soziale Kompetenz mitbringen.
Sie können kommunizieren, das ist wichtig. Sie sind nicht isoliert, vor allem nicht desillusioniert. Sie nehmen das Abenteuer Leben auf sich.
Auch spürt man, dass die Mütter ihre Töchter mit Liebe versorgen. Unter Kreuzberger Verhältnissen natürlich. Damit fern von einer Welt, die manche Leute unter "normalem" Familienleben verstehen.
Wer mehr erfahren will, kann sich die Interview mit Bettina Blümner (taz) und mit den drei Berlinerinnen (STERN), durchlesen:
Anders als die drei Mädchen, die Sie zwei Jahre lang durch Kreuzberg und die Pubertät begleitet haben. Sie haben mal gesagt, sie würden nicht noch mal mitspielen.
Ihre Beziehung zum Film ist sehr ambivalent. Zum einen haben sie sich in der Zwischenzeit sehr verändert und sehen sich nun als Erwachsene. Zum anderen war Geld ein Thema. Es gibt generell eine Diskussion im Dokumentarfilm, ob man seinen Protagonisten Geld bezahlt oder nicht. Das ist ein sehr schwieriges Thema. Ich empfinde finanzielle Abhängigkeit oder Entlohnung als keine gute Grundlage für eine Zusammenarbeit.
Wie ist Ihr Verhältnis heute?
Ich freue mich, sie hin und wieder zu treffen und zu sehen, was aus ihnen wird. Klara arbeitet in dem Café, in dem sie während der Dreharbeiten Praktikum gemacht hat. Tanutscha macht eine Ausbildung zur Altenpflegerin, und Mina ist von ihrem Freund getrennt und macht ihr Fachabitur im Bereich Touristik. Aber wir haben auch nicht ständig Kontakt. Das letzte Mal haben wir uns vor ein paar Wochen auf einen Kaffee getroffen, davor hatten wir uns fünf Monate nicht gesehen.
Sie haben mit Ihrem Langfilmdebüt im vergangenen Jahr gleich den Deutschen Filmpreis gewonnen.
Ja, das war natürlich toll, dass "Prinzessinnenbad" so einen Riesenerfolg und so eine Resonanz hatte. Aber es ist jetzt nicht so, als ob sich sehr viel verändert hätte.
Interview mit Klara, Mina und im STERN, 31. Mai 2007:
Habt ihr mit diesem großen Publikums- und Medieninteresse an Eurem Film gerechnet?
Mina: Überhaupt nicht! Klara: Ich dachte, der Film läuft irgendwann einmal nachts auf arte. Und jetzt kennt plötzlich jeder Mensch auf der Straße unser Leben! Eigentlich wäre es uns lieber gewesen, der Film hätte nicht so viel Aufsehen erregt. Mina: Als ich die Nachricht bekommen habe, dass der Film auf der Berlinale laufen wird, habe ich mich erst sehr gefreut. Als ich ihn dann aber kurz vor der Premiere zum ersten Mal gesehen habe, dachte ich nur: Scheiße! Der darf nicht in die Kinos kommen! Ehrlich gesagt: Ich war total geschockt. Es ist schwer, sich damit zu identifizieren. Für andere ist der Film vielleicht extrem authentisch... Klara: ...aber wir sehen uns selber anders in dem Film, als wir in Wirklichkeit sind.
Hättet ihr gerne etwas an dem Film geändert?
Klara: Viele Sachen! Tanutscha: Ich hätte gerne die Geschichte über den Kontaktabbruch mit meinem Vater aus dem Film gelassen. Klara: Und ich die Sache mit den Drogen, und dass ich meine Oma beklaut habe. Mina: Und ich finde, dass die Beziehung mit meinem Freund nicht korrekt dargestellt wurde: Es sieht so aus, als würde alles in erster Linie von mir ausgehen. Das sehe ich ganz anders. Klara: Und dass ich angeblich Pornostar werden will: Das war ein Witz! Das kam im Film so nicht rüber. Tanutscha: Am ersten Tag hat uns das alles sehr gestört, aber da war es ja schon zu spät... Mina: Klar wollten wir etwas ändern! Aber das ist ja nicht mehr möglich, wenn der Film schon im Schnitt war und der Ton bereits fertig ist.
An vielen Stellen muss man lachen über Marita Lorenz. Wenn sie auf Kuba vor einer Schaufensterschreibe steht, einen alten Ofen betrachtet und zu ihrem Sohn sagt (xx Dollar) "For that fucking shit"?! Oder darüber, wie sie Fidel Castro, der im Fernsehen mit freiem Oberkörper aus dem Meer steigt, zuruft: "Süßer!! Alter Knacker, ich liebe dich noch!"
Ein bisschen später lernen wir die auf ihre ganz eigene Art zärtliche Marita kennen, die ihren alten Freund Yannis in dessen Wohnung auf Kuba besucht.
Maritas tritt stark auf, wie eine Löwin. Ihr Humor ist trocken und ihr Charme ein ganz ungewöhnlich rauher. Diese Frau kann man zweifelsohne als "tough" bezeichnen.
Denn ihr Leben war kein Zuckerschlecken. Marita Lorenz wurde als Kind gemeinsam mit ihrere Mutter verhaftet und nach Bergen-Belsen gebracht. Sie erinnert sich noch gut an die Drohungen, "es roch nicht gut". Ein amerikanischer GI vergewaltigt sie.
Später sagten ihr die amerikanischen Geheimagenten: "Wenn Du Belsen durchmachen kannst, dann kannst Du auch für die CIA arbeiten."
Martia soll Fidel Castro umbringen. Mit einigen Giftpillen im Kosmetikköfferchen marschiert sie in die Suite des Revolutionsführers in einem New Yorker Hotel. In der Lobby wimmelt es nur so von CIA-Männern. Sie haben Marita Drogen gegeben, damit sie den Mordauftrag möglichst skrupellos ausführt..
Für Martia ist es nicht das erste Rendez-vous mit Fidel, die beiden hatten zuvor auf Kuba eine Affäre, Marita lebte eine Zeit beim Comandante. Sie verliebte sich, als Fidel das Schiff ihres Vaters besuchte. Er hielt unter dem Tisch ihre Hand, lud sie ein - und sie blieb auf Kuba.
Jetzt, als Agentin mit den Giftpillen, weiss Martia, dass es auch für sie selbst um Kopf und Kragen geht, falls sie ihre Auftraggeber enttäuscht. "Doch die Liebe ist stärker".
Und das, obwohl Fidel Castro sie damals betäuben und sie zu einer Zwangsabtreibung abholen liess. Marita war im sechsten Monat schwanger. Mutmaßlich hat betäuben lassen - es ist nicht klar, ob Castro oder ob die CIA die Abtreibung organisierte.
Später lebt sie bei dem damaligen parguayischen Diktatur, bekommt mit ihm eine Tochter. In New York schnüffelt sie als CIA Agentin, getarnt als Hausmeisterin, mit ihrem Sohn im Papiermüll der dort lebenden Diplomaten.
Marita gerät in große Gefahr - denn man zählt sie zum engen Kreis um den Kennedy-Attentäter Lee Harvey Oswald. Mit "Ossy" hatte sie in einer kleinen Gruppe für die CIA trainiert.
Fidel Castro ist ihre große Liebe. Sie will ihr Leben nicht beenden, ohne ihn noch einmal zu sehen. Deswegen kehrt sie zurück nach Kuba. "Volver" heißt auch der Soundtrack des Films.
Dem Bremer Dokufilmer Wilfried Huismann gelingt ein Porträt, das man nicht so schnell vergisst.
Interessant, mitunter sogar amüsant machen es die drei unterschiedlichen Sprachen. Marita wechselt zwischen englischen und deutschen Wörtern, die Kubaner sprechen natürlich spanisch. Es lohnt sich, den Film im Original-Ton zu sehen, vorausgesetzt man kommt klar mit dem Sprachen-Mix.
Grossen Respekt vor der Filmidee und der Recherche. Bei der Umsetzung und dem Dreh stand dem Autor ein großes Team zur Verfügung - Location Scouts und Producer in den USA, Kuba & Deutschland, drei Rechercheure und und und.
Dabei heraus kommt ein Film, den man gesehen haben sollte. Vielleicht sogar mehr als einmal.
Das Schöne beim Bloggen ist: der Blogger ist frei. Gerade habe ich die TV-Kritik eines Spiegel-Journalisten zur ersten Günter Jauch-Sendung gelesen und genau das gedacht.
Auf uns Bloggern lastet kein Druck, weil Kollegen und Redakteure von uns Bestleistungen in jedem Satz erwarten. Wir müssen uns keinem Schreibstil anpassen, der als Mustervorgabe im Raum schwebt.
Der Spiegel-Kollege gibt, ohne es zu bemerken, nicht seine eigene Meinung wieder. Denn er GUCKT die Sendung schon anders. Er guckt sie in seiner Funktion als Spiegel-Autor, nicht als enstpannter Beobachter. Weil er ja weiss, dass er intelligent kritisieren soll.
Das bringt uns zu meinem heutigen Post.
Es ist ein Kino-Film, den ich bei der Leipiziger Dokfilmwoche 2008 im Kino gesehen habe und den ich einfach NUR TOLL fand. Ich selbst. Rein emotional.
In GERDAS Schweigen besucht der Buchautor Knut Elstermann seine in die Jahre gekommen Verwandte in New York. Und Gerda erzählt nach 30 Jahrend endlich das, was sie selbst ihrem Sohn Steven bisher verschiwegen hat. Sie erzählt von Auschwitz und von ihrer kleinen Tochter, die sie für kurze Zeit in den Armen hielt.
Gerda hat mich schon vor 3 Jahre bezaubert. Ihre Intelligenz, ihre Ehrlichkeit, ihre wachen Augen und der spitze Humor. Jetzt sehe ich den Trailer und sage:
Have a look!
Schöne Bilder, aufwändige Dreharbeiten. Dazu eine offensichtlich sorgfältige Recherche und ein guter Text. All das ergibt ein sehenswerte Dokumentation.
Eine Inhaltsbeschreibung zum weiterlesen, z.B. auf der Phoenix-Seite:
Leute, die nicht in Deutschland aufgewachsen sind, eröffnen uns ganz neue Perspektiven. Auf unser Stadtbild, Transportmittel, Essen, Bräuche, auf gute & schlechte Angewohnheiten.
Wie eben die folgende Doku. Eine spanische Produktion. Die wirft einen liebevollen Blick auf unser verrücktes Bärlin.
East Side Gallery, Berliner S-Bahn, Wannsee, Warschauer Brücke - alles dabei. Und die Bewohner vorneweg. Und zwar Transvestiten genau so wie Brandenburger, die am Wannsee mit dem Picknickkorb Geburtstag feiern.
Der Moderator scheint verliebt zu sein. Er führt den Zuschauer über den Flohmarkt im Mauerpark, in eine spanisch-sprachige Kita irgendwo in Prenzl Berg und - na klar - zum Checkpoint Charlie. Unter anderem! Schön geschnitten, unterhaltsam produziert.
Selbst wenn man kein spanisch versteht, macht es Spaß, sich Berlin mal aus dem Blickwinkel Zugereister anzusehen!
So. und jetzt sehe ich: das Video wurde von Warner Bros. gesperrt.
Gut. also die Sendung heisst "Callejeros Viajeros" und kommt aus Spanien. Die Viajeros bereisen noch unzählige andere Orte. Vielleicht wird ja jemand, der weiß wie's geht, im Netz fündig. Gesucht ist der BERLIN-Teil! :-
Hier ein Ausschnitt aus der Doku, der in Teilen noch bei y.tube abrufbar ist: